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Der Holzapfel oder Europäischer Wildapfel (Malus sylvestris)


Europas wilder Apfel im Harz – Ein wertvoller Schatz unserer Kulturlandschaft

Laut einer Studie aus dem Jahr 2013 gehört der Europäische Holzapfel gleich nach dem Speierling zu den seltensten Baumarten Deutschlands, dicht gefolgt von der Wildbirne. Demnach fand man zwischen 2010 und 2013 insgesamt deutschlandweit lediglich etwa 5.660 Exemplare. Bekannt sind die Vorkommen im Osterzgebirge, Holzäppelgebirge genannt. Eines der größten zusammen-hängenden Vorkommen des Wildapfels liegt in Sachsen-Anhalt im Biosphärenreservat Mittelelbe.

Man kann davon ausgehen, dass es noch so einige Wissenslücken über die Verbreitung des Wildapfels gibt. In unserem aktuellen ELER-Projekt haben wir die Chance, weitere weiße Flecken auf der Deutschlandkarte auszumerzen.  Unsere Kollegen des FÖLV aus Dessau haben vor einigen Jahren 1.660 Wildapfel-Bäume in den Auwäldern von Elbe und Mulde gefunden und kartiert. Dies hat uns inspiriert, unseren Wirkungsbereich systematisch unter die Lupe zu nehmen. Bis 2029 werden wir so viel wie möglich aktuell noch vorhandene Standorte erfassen und dokumentieren.

Auch wenn es keine Tausende werden, vielleicht wartet ja die eine oder andere Überraschung auf uns. Denn Europas einziger heimischer wilder Apfel ist auch ein echter Harzer.  Seine typischen Verbreitungsgebiete sind lichte Auwälder und Gebüsche, aber auch historische Weidegebiete, Nieder-und Mittelwälder. Und letztere gab es auch im Harz in früheren Jahrhunderten reichlich. Kuh- und Schafherden weideten rings um jeden Harzer Ort. Die Bewirtschaftungsformen im Wald und Flur haben sich in den letzten 100 Jahren einschneidend verändert. Dies blieb nicht ohne Auswirkungen auf den Lebensraum des Wildapfels.

Der Wildapfel hat gleich mehrere Probleme. 

       1. Er ist sehr konkurrenzschwach.

Die Wälder wurden im Laufe der Zeit dichter und dunkler – schlecht für einen lichtliebenden  Baum. Dieser Standortfaktor hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Teilweise tauchen uralte Exemplare wieder auf und fangen wieder an zu wachsen und zu blühen.

  1. Er ist von Natur aus selten.
  1. Viele Bäume sind isoliert.

Als Fremdbefruchter ist der Wildapfel auf Pollen anderer Bäume seiner Art angewiesen.
Fatal, wenn es in der Nähe keinen passenden Partner gibt. Die genetische Vielfalt geht verloren und mit ihr die Variabilität der Bäume. Diese ist aber unerlässlich für den Fortbestand einer Art.

  1. Viele Wildäpfel sind zu alt.
    Den Wildäpfeln fehlt der Nachwuchs.
  1. Hybridisierung
    Der Wildapfel wird auch von Pollen anderen Apfelarten (Kultursorten, Ziergehölze) befruchtet. Dies hat zur Folge, dass Hybride entstehen, deren Eigenschaften deutlich von denen des heimischen Europäischen Wildapfels abweichen.

Auf Dauer tragen alle diese Faktoren zu genetischer Verarmung bei und führen letztendlich zum Aussterben einer Art.
 

Höchste Zeit, sich auf die Suche nach diesem kleinen Schatz unserer Wälder und Feldfluren zu begeben.

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Waldwanderung
Harzgerode
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18. Oktober 2026

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