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Bergwiesenwanderung 4/2010
08.08.2010 22:32 (3289 x gelesen)

Abschlusswanderung in Stiege

Am 08. August luden wir zur letzten Wiesenwanderung für dieses Jahr ein. "Von nass bis trocken" war nicht die Wettervorhersage, sondern das Motto der Wanderung. Rund um die Stieger Teiche finden sich Wiesen unterschiedlichster Standorte, die wir vorstellen wollten.



Start und Ziel - Schulteich Stiege  Kräuterfeen bei der Pflanzensuche  Sylvia Lehnert erklärte fachkundig die Wiesenflora              Heilziest

Stiege mit seiner idyllischen Lage unterhalb des ehemaligen Jagdschlosses und zeitweiligen Residenz der Blankenburger Grafen war der Ausgangs- und Endpunkt unserer Wanderung. In der Gemarkung des Ortes finden sich Bergwiesen unterschiedlichster Ausprägung in Hülle und Fülle. Wechselnde Wasserverhältnisse lassen verschiedenste Pflanzengesellschaften gedeihen. Gute 2  Stunden dauerte unser Weg. Von den Röhrichten direkt am Teich ging es zunächst bis zum Mühlberganger mit seinen interessanten Felsbiotopen. Trockener geht es fast nicht mehr. Kleine, fast unscheinbare Pflanzen wie Gemeiner Thymian, Zittergras, Dreizahn und Augentrost wurden begutachtet. Auf den Sumpfkratzdisteln an der Hassel konnten wir zahlreiche Schmetterlinge bei der Nektarsuche beobachten. " Herbst-Löwenzahn ? - Nie gehört!" - ist jetzt kein unbekannter mehr. Schloss, Kirche und der Hochharz mit Brocken und Wurmberg gaben eine wunderbare Kulisse ab. Wandern mit tollen Ausblicken kann man hier auch ohne Führung. Entlang der Semmelwiesen  ging es mit vielen Zwischenstopps am anderen Ufer des Schulteiches zurück zum Ausgangsort. Der Hochsommer ist die Blütezeit von Perücken-Flockenblume, Färberscharte oder auch Heilziest. Die späte Mahd der Wiesen fördert das Vorkommen der Stauden und sichert den Insekten ein ausreichendes Nahrungsangebot. Die Speicherkarten der Fotoapparate und die Merkzettel füllten sich zusehends mit Bildern und Informationen.

Nächstes Jahr im Juni gibt es vielleicht ein Wiedersehen mit den Stieger Wiesen zum farbenfrohen Frühsommeraspekt.

PS: Die unbekannte Pflanze, die eine Teilnehmerin vor der Wanderung mitbrachte (schwarze Beeren), hat sich als Kermesbeere (Phytolacca esculenta) herausgestellt. Sie kommt aus Amerika und wurde zum Färben von Wein und Süßwaren verwendet.


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