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Bergwiesenwanderung Trautenstein
13.07.2012 22:01 (3478 x gelesen)

Doldenblütler, Heinzelmännchen und Guter Heinrich

Es ist Sonntag, 14:00 Uhr und Bergwiesenzeit. Die letzte der geführten Wanderungen 2012 steht an. Wieder einmal scheint Petrus alle Schleusen geöffnet zu haben.



Botanikexperte Uli Kison erklärt die Bedeutung des Roten FingerhutsWir schauen besorgt zum Himmel. Sollte auch unsere letzte geführte Bergwiesenwanderung  2012 eine "Wasserwanderung" werden? Unsere Sorgen sollten unbegründet sein. Gut ausgerüstet (mit Regencape und Regenschirm) fanden sich 20 Gäste am Treffpunkt ein. Es sollte nicht lange dauern und wir konnten alle Regenutensilien weg packen und bei strahlendem Sonnenschein ungestört den interessanten Erzählungen von Uli Kison lauschen.

Er zeigte uns den Hochsommer auf den Wiesen, die den Dammbach rechts und links bis zu seiner Einmündung in die Rappbode begleiten. Es ist die Zeit der Doldenblütler, die sich von Weitem und Nahen für den Laien kaum voneinander unterscheiden. Wir lernten mit Hilfe einer Lupe die feinen Unterschiede zwischen Wiesenkerbel und Gold-Kälberkropf kennen. Der Rote Fingerhut hatte seine Blütenstände frisch gewaschen am Waldesrand bereitgestellt. Harzer und Fuchs'sches Kreuzkraut präsentierten sich nebeneinander. Zu allen Pflanzen hatte unser Wanderführer vieles zu berichten. So kam es, dass er drei Stunden mit Botanik füllte, die allgemeinverständlich und sehr unterhaltsam war. Der Weg führte uns vorbei an nassen Wiesen und trockenen Böschungen mit duftendem Thymian und Heidekraut. Viele Pflanzen haben hier ein letztes Refugium gefunden und brauchen besonderen Schutz und Pflege.


Guter HeinrichUnerschöpflich erschien Uli Kisons Vorrat an Geschichtchen und Geschichten über die Kräuter der Bergwiesen. Den Abschluss bildete eine wunderbare Sage über eine früher in den Dörfern weit verbreitete Pflanze, dem Guten Heinrich, den wir am Wegrand fanden. Versiegelung und Verstädterung  der Dörfer führten dazu, dass der "Wilde Spinat" heute als gefährdet und in manchen Bundesländern sogar vom Aussterben bedroht ist. Überall wurde er früher als Heilpflanze und Gemüse genutzt. Diese Verwendung ist heute fast in Vergessenheit geraten. Der Gute Heinrich gehört in die Familie der Gänsefußgewächse.  Fasst man die Blätter an, hat man das Gefühl, Mehl zwischen den Fingern zu haben. Wie es dazu kam und was die Pflanze mit Heinzelmännchen zu tun hat, wusste Uli Kison genau:

Früher taten Heinzelmännchen den Menschen Gutes, doch sie erschienen nur des Nachts, wenn alles schlief. Sie ließen sich ungern bei ihrer Arbeit beobachten. Taten dies neugierige Menschen doch, verschwanden sie auf Nimmerwiedersehen. Die dienstbaren Hausgeister hatten nämlich Gänsefüße, derer sie sich schämten und die sie unter allen Umständen verborgen halten wollten. Doch ein besonders neugieriger Mensch (ein Harzer?) wollte wenigstens die Abdrücke der Füße der Heinzelmännchen sichtbar machen. Also streute er im ganzen Haus Mehl auf den Boden. Die Heinzelmännchen aber nahmen ihm dies sehr übel und kamen ab da nimmermehr. Was sie zurückließen, war eine Pflanze mit Blätter in der Form eines Gänsefußes, die auf der Unterseite wie mit Mehl bestäubten waren – den Guten Heinrich.

 Fröhliche Gesichter, denn die Sonne erscheint  Wiesenkerbel? Uli Kison wusste die Antwort.  Ein Notizbuch ist unentbehrlich.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Allen, die unserer Einladung in diesem Jahr wieder so zahlreich folgten, um mit uns die Bergwiesen des Harzes zu entdecken!

Wir freuen uns über ihr ungebrochenes Interesse an diesem Thema und  die  vielen Spenden, mit der  sie die Pflege der Bergwiesen im Harz unterstützen. Jetzt beginnt die Hauptsaison für die jährliche Pflege der Wiesen und damit eine arbeitsintensive Zeit. Wir wünschen allen Bergwiesen- und Naturfreunden einen schönen Sommer und freuen uns auf ein Wiedersehen 2013! Das Programm für die neuen geführten Wanderungen finden Sie spätestens ab Januar 2013 auf unserer Internetseite.


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